Philipp-Neri-Akademie


Direkt zum Seiteninhalt

Lass dein herz voll Freude sein!

Über uns


Lass Dein Herz voll Freude sein!

Ein kleiner Ratgeber für das ganze Jahr von
Dr. Michael Jüliger

„Gott ist Freude, darum hat er die Sonne vor sein Haus gestellt.“
(Franz von Assisi)

„Wer nicht weiß noch glaubt, dass Gott ein Gott der Freude, des Friedens, des Trostes, der Hoffnung,
des Heils, des Lebens und alles Guten ist, der kennt Gott nicht.“ (Martin Luther)


1. Manche mögen diese Zitate überraschen. So kennen sie Gott nicht. Die
Kirche – oder besser: ihr „Bodenpersonal“ – hat seit Generationen ein
völlig anderes Gottesbild vermittelt. Letztlich ein Zerrbild. Theologisch
entstellt. Für den Menschen entwürdigend durch ständiges Ansammeln
von Schuldgefühlen und Sündenangst. Und gleichzeitig beleidigend
für Gott. Hieß es doch – und auch heute kann man das noch hören
– Gott sei wie ein Aufpasser, der alles kontrolliert. Gott sei wie ein
Buchhalter, der alle Fehltritte sorgfältig notiert. Gott sei wie ein Richter,
der jede „Sünde“ (was immer man darunter verstehen mag) unbarmherzig
bestraft. Vor allem aber: Gott wolle Opfer, Entbehrungen,
Zucht und Strenge.
Alles Un-Sinn. Zum Davonlaufen. (Viele tun das ja auch. Die Zahl der
Kirchenaustritte steigt von Jahr zu Jahr.)
Ein solches Leben mit Gott? Das wäre ein tristes, trauriges leben. Oft
genug (auch noch) mit Heimsuchungen, Mühsal und Armut erfüllt. Kein
Wunder, dass deshalb viele „Gott nicht zu nahe kommen“ wollen. Ja,
viele wollen darum einfach nichts mit ihm zu tun haben. Weil sie nicht
wissen, wieviel
Freude sie mit ihm und an ihm haben können. Weil Gott
die Freude ist.
2. Andere wieder werden von schweren Minderwertigkeitsgefühlen beherrscht,
weil ihnen ein so falsches Gottbild vermittelt wurde. Sie haben
kein bisschen Selbstachtung. Fühlen sich wertlos – verglichen mit
anderen – und erst recht vor Gott. Doch Gott allein weiß, was wir wert
sind. Er hat jeden Einzelnen von uns geschaffen. Und er liebt jeden
Einzelnen von uns.
So wie er ist. Mit all seinen Eigenarten und Schwächen.
Darum dürfen auch wir uns
so annehmen wie wir sind. Weil wir
von Gott geliebt sind. Denn Gott ist die Freude.

3. Paulus bestätigt uns ausdrücklich in seinen Briefen immer wieder, „dass
wir wirklich Gottes Kinder sind“ (Röm 8,14 ff.; Gal 3,26; 4.28; Eph 1,5;
5,1). Das aber bedeutet für uns, Kinder des liebenden Gottes zu sein,
dem nichts mehr am Herzen liegt als das Wohl seiner Söhne und Töchter.
Wenn wir daran glauben und danach leben, können wir nur von
Freude erfüllt sein. Denn Gott
ist die Freude.

4. Der bekannte dänische Philosoph Søren Kierkegaard schrieb einmal:
„Eigentlich hat jeder Mensch, der in Wahrheit ein Verhältnis zu Gott
hat und mit ihm umgehen will, nur eine einzige Aufgabe:
froh zu sein.“
Auch Paul Claudel, der bekannte französische Dichter, ermahnte einmal
seine Besucher: „Lehre sie, dass sie keine andere Pflicht auf der Welt
haben als die
Freude.“
Das meinte auch Paulus schon, als er an die Philipper schrieb (4,4):
Freut euch zu jeder Zeit, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid!“
Eben
weil Gott die Freude ist.

5. Johannes Paul II. nannte vor einiger Zeit als Motto: „Ja zum Glauben –
Ja zum Leben.“
Auch damit ist gemeint:
Ein gläubiges Leben mit Gott ist immer ein
mit Freude erfülltes Leben.
Denn Gott ist die Freude.

6. Wir müssen also heute vielen zu einem ganz anderen Gottesbild verhelfen.
Das falsch gelernte (weil falsch vermittelte) ersetzen durch das
richtige, einzig brauchbare und wahre. Das Kraft gibt. Das uns durchs
Leben trägt. Uns Halt gibt, wenn’s schwierig wird. Uns stärkt, wenn wir
bedrückt oder depressiv sind. Uns zur Klarheit verhilft, wenn uns
Zweifel plagen. Das uns hilft, uns selbst und unsere Mit-Menschen zu
lieben.
Weil Gott die Freude ist.

7. Sicher hat doch jeder auch ein wenig Erfahrung im Umgang mit der
Freude. Weiß, was Freude bewirkt. Sie lässt uns „beschwingt“ daherkommen.
Es wird uns „warm ums Herz“, wenn wir einen persönlichen Anlass
zur Freude erleben.
Schon in der Bibel steht: „Fröhlichkeit ist gut für die Gesundheit“ (Spr
17,22). Und sie weiß auch: „Freude und Fröhlichkeit verlängern das Leben
des Menschen und machen es lebenswert.“ (Sirach 30,22). Und an
anderer Stelle: „Ein fröhliches Herz sorgt für guten Appetit und auch
für gute Verdauung.“ (Sirach 30,25).
Die Medizin bestätigt das: Wenn wir froh sind, atmen wir freier und
leichter. Unserem Blutkreislauf tut das gut, dem Herz, den Nerven,
dem ganzen Organismus bis zur letzten Körperzelle.
Freude schenkt uns „Vitamine fürs Herz“. Und ein
Leuchten auf unse3
rem Gesicht. Wir strahlen
Mut und Zuversicht aus (was bereits wieder
für andere eine Hilfe sein kann). Unser Auftreten wird sicherer.
Wir empfinden Gelassenheit und Geborgenheit.
Neuer Lebensmut erwacht in uns. Unsere Arbeit geht uns leichter von
der hand. Ja, wir wirken mit unserer Freude „Ansteckend“ auf andere.
Und machen so auch unsere Umwelt licht und hell. Andere freuen sich
über uns, haben Freude an uns. Das macht wiederum uns selber froh.
Die Freude macht und liebens-würdig. Und das ist auch Gottes Wille.
Denn Gott
ist die Freude.

8. Das Leben mit Gott, unser Ihm-nah-sein, macht unser Leben sinn-voll.
(Wie oft wird heute die Frage nach dem „Sinn des Lebens“ gestellt.
Meist von Menschen, die Gott nicht nah sind, sich aber im tiefsten Innern
durchaus nach ihm sehnen. Nur können sie es nicht zum Ausdruck
bringen. Und so erscheint ihnen vieles sinn-los.)
Wir gewinnen Kraft und Stärke. Das konnte man schon immer einem alten
Psalm (16,11) entnehmen, wo es heißt:
„Du, Herr, zeigst mir den
Weg für mein Leben! Deine Nähe erfüllt mich mit Freude.“

9. Das
Grundgesetz der Liebe gilt auch für die Freude. Je mehr Liebe
ich verschenke, um so mehr erhalte ich zurück.
Auch die Freude kommt nicht in mein leben, wenn ich traurig dasitze
und auf sie warte. Ich muss anfangen, die Freude
zu leben und Freude
weiterzugeben. Dann erfüllt sie auch mein eigenes Leben.
10. Wenn wir Gott als Freude erleben – wenn wir sagen: „Gott ist die Freude“,
wenn Gott so mit und bei uns ist, brauchen wir keinerlei Angst
mehr zu haben. Einem solchen Gott können wir uns leicht und liebend
ganz anvertrauen. Wir wissen ja jetzt, dass es den „anderen“, den zürnenden,
richtenden, gestrengen nicht gibt. (Hoffentlich ist es mir gelungen,
dieses Missverständnis auszuräumen.)
Und so können wir – statt uns vor Gott zu fürchten – ihn loben und
preisen, ihm dankbar sein. Denn auch das macht uns frei von Ängsten
und Traurigkeit und schenkt unserem Leben eine bisher nie gekannte
Freude und Sicherheit.
Eben weil Gott die Freude ist.

11. „Erlöster müssten die Erlösten ausschauen!“, hat Friedrich Nietzsche
einmal geschrieben. Solange wir voll Ärger über unser Versagen oder
angefüllt mit Sorgen sind, liefern wir keinen überzeugenden Beweis von
einem anwesenden, helfenden Gott.
In der Freude über ihn und mit ihm das Leben ausschöpfen und hier
und jetzt unsere kleinen, täglichen Pflichten gerne tun: Das verwandelt
die Welt – und nicht irgend welche abstrakten Bekehrungsversuche.

12. Wenn es mir gelingt, wirklich daran zu glauben, dass ich „Gottes Kind“
sein darf und Gott mir liebender Ursprung ist, dann habe ich allen
Grund zur Freude in meinem Leben.
Als Kind Gottes habe ich aber auch Anlass dazu, auf mich selbst besser
zu achten. Mir manchmal mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Mir auch
selbst einmal etwas zu gönnen, was mir (zusätzlich) Freude macht. Das
kann natürlich bei jedem verschieden aussehen.
Es ist längst an der Zeit, zu erkennen und einzusehen, dass die übertriebene
Selbstzucht und eine einseitige Leidens-Theologie – ausgerichtet
aufs „Jenseits“ – uns über Jahrhunderte hinweg die Freude an
uns und am „Diesseits“ (unserem Hier und Jetzt) – und damit auch die
Freude an Gott – kräftig ausgetrieben haben.
Gott will, dass es uns allen gut geht, also auch mir!

13.
Lass dein Herz voll Freude sein, und fürchte dich nicht, denn Gott ist
bei dir. Und Gott ist die Freude.
Lass dein Herz voll Freude sein, denn es ist der Wille Gottes, dass
uns „Freude in Fülle zuteil wird“ (Joh 17,13) und uns „an unserer Freude
nichts mehr fehlt“ (Joh 15,11).
Lass dein Herz voll Freude sein, denn das dient deiner Gesundheit und
den Mitmenschen mehr als ständiges Grübeln, ängstliches Sorgen und
zauderndes Zurückweichen vor einem Weg, den man nicht nur selbst als
gut und richtig (oder gar als „optimal“) erkannt hat, sondern auf dem
dich Gott mit seiner Freude erfüllt und sicher geleitet.
Lass dein Herz voll Freude sein, denn Gott ist bei dir und hilft die. Er
hat Freude an dir. Er liebt dich.
Mit diesem Gott meinen Weg zu gehen und seine Treue und Liebe von
Tag zu Tag mehr zu erfahren: Das erfüllt mein Herz mit immer größerer
Freude.
Das macht mich ruhig und gelassen. Macht mich stark und gibt mir
Kraft – für den Alltag ebenso wie für wichtige Entscheidungen. Und das
lässt mich auch besser verstehen, was ein Prophet vor weit über 2000
Jahren dem Volk zugerufen hat (Nehemia 8,10): „Macht euch keine
Sorgen, denn die Freude an Gott ist eure Stärke.“
Darum lass dein Herz voll Freude sein – nicht nur an bestimmten Orten
oder Festtagen, sondern Tag für Tag das Jahr hindurch.
Lass dein Herz voll Freude sein!
Das ist das Beste, was ich einem anderen wünschen kann!

Bookmark Buttons
Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Bookmarks.at Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Facebook Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: Yahoo Bookmark bei: Google Bookmark bei: Newsvine

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü