Philipp-Neri-Akademie


Direkt zum Seiteninhalt

Hilfe in und Wege aus der Depression

Was wir bieten > Unsere Kurse

Kurs 10: Hilfe in und Wege aus der Depression



Etwa vier Millionen Deutsche leiden an einer Depression. Gefühle wie tiefe Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und innere Leere halten oft Wochen bis Monate an. Nicht selten kommt es auch zu Selbsttotungsgedanken in Verbindung mit einer nicht fassbaren Angst. Aber auch körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel, Magen- und Darmprobleme oder auch Sexualstörungen können das Leben zusätzlich schwer machen. Die Depression ist zwar eine
seelische Erkrankung, die aber ¡mmer den ganzen Menschen erfasst.

Wie Ist da Hilfe überhaupt denkbar und möglich?

Darum unser PNA-Kurs ,,Hilfen in und Wege aus der Depression” (3 Lektionen).


Vorwort des Herausgebers

Im Jahr 1990 habe ich in meinem Buch „Zeitkrankheit Depres-sion“ die Depression als das stille Leiden ganzer Generationen unter der Lieblosigkeit und Falschheit von Eltern, Familie und Umwelt – aber auch von Politikern, Kirche und Gesellschaft- beschrieben. Bei der Suche nach Ursachen für dieses Krankheitsbild gab es in der sogenannten Fachwelt zahllose Veröffentlichungen über Annahmen, Vermutungen, Hypothesen und Theorien. Angebote wirksamer Hilfen waren eher selten.

Im vergangenen Jahrzehnt haben seelische Leiden im deut-schen Sprachraum stark zugenommen. Nach dem Unfalltod ist Selbsttötung in der Altersgruppe ab 15 zur zweithäufigsten Todesursache geworden. Die Schweiz hat dabei Österreich an der Spitze der Statistik abgelöst. In Deutschland haben die Krankheitstage
wegen psychischer Leiden seit 1997 um fast 70 Prozent zugenommen. Für die Frühberentung ist die erkrankte Seele der Grund Nummer 1. Wer für ihre Behandlung und Genesung zuständig ist, ist – wie schon angedeutet – umstritten. Durch alle Jahre wiesen sich die Mediziner einen gewissen Prioritätsanspruch zu, für dessen Berechtigung allenfalls eben auch Hypothesen benannt werden. Sie verordneten Medikamente und sahen es ungern, daß es da auch die Berufsgruppe der Psychologen und Psychotherapeuten gibt, die verschiedene Therapien anbieten, aber keine Medikamente verordnen. Sie selbst spezialisierten sich im Lauf der Zeit – weitgehend an der Psychologie vorbei – als Fach-Ärzte für Neurologie und Psychiatrie. Tatsächlich ist für Patienten mit nervlich bedingten Leiden der Neurologe zuständig. Krankheiten, welche die materielle Beschaffenheit des Gehirns verändern (Parkinson, Schizophrenie, Demenz, Alzheimer) gehören in das Fachgebiet des Psychiaters.


Besondere Aufmerksamkeit kommt in diesem Zusammenhang der Depression zu: sie ist ein Leiden, das immer den ganzen Menschen erfaßt und als Hilfe der Zuwendung wiederum eines Menschen bedarf, der aber nicht Arzt, viel weniger Neurologe oder gar Psychiater sein muß, sofern nicht auch eine neurologische Erkrankung vorliegt. (Ähnliches gilt übrigens auch für Angst-Erkrankungen.)

Jeden zehnten Deutschen überfällt im Lauf des Lebens eine zeitweilige Depression und reißt ihn in ein Loch aus Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Leere und Angst.


Auffallend viele Depressive haben in der Kindheit Schaden genommen, sei es durch Mangel an Zuwendung und Liebe, den Tod eines Elternteils oder auch das, was eines Tages als „Wohlstandsverwahrlosung“ bezeichnet wurde. Fast immer war Angst mit im Spiel.

Es ist und bleibt vollkommen unverständlich, wie Mediziner nach Behandlungsversuchen bei Alkoholismus durch stereo-taktische Operationen an gewissen mühsam aufgesuchten Punkten im Gehirn auf die Idee kommen konnten, man könne vielleicht doch auch Depressionen auf die gleiche Weise „heilen“. Zur selben Zeit gab es viel Aufregung um den erwarteten „Wiederauferstehungsboom“ des Elektroschocks, vornehm „Elektrokonvulsionstherapie“ geheißen. Das wird heute schamhaft totgeschwiegen. Aber es handelt sich dabei nicht um Absurditäten früherer Jahrhunderte, sondern aus den 70-er Jahren. Und es bleibt unvergessen, wie das Fernsehen eine solche Elektro-Behandlung sogar vorzeigte: ein junger Mann, als hochdepressiv beschrieben, lag auf einer Bahre. Damit er bei den Stromstößen nicht herunterfallen und sich die Knochen brechen könne, hatte man ihn angeschnallt. Der Arzt, ein angesehener Professor der Psychiatrie stand hinter seinem Kopf und meinte freundlich: „Nehmen Sie am besten viel Sauerstoff bei der Schwester, wenn ich das Gerät einschalte, damit wir die Zerstörung von Gehirnzellen durch den Strom möglichst gering halten.“ Sprach’s und schaltete ein.

In der Zeit danach liefen überall die Telefone heiß: die Fernseh-Zuschauer wurden die Bilder nicht mehr los, wie es den jungen Mann auf der Liege bei den Stromstößen aufgebäumt und herumgewirbelt hatte.

Eine Depression erfaßt immer den ganzen Menschen. Und da wollte einer eine solche Depression „heilen“, indem er Hirnzellen zerstörte! Vor solchen „Fachleuten“ konnte noch nie genügend gewarnt werden!

Soweit man für alles das Gehirn heranziehen wollte, spielte die Versuchung, daß man daran ja operieren könne, eine große Rolle. Nicht zuletzt aus Kostengründen.

Es ging und geht eigentlich fast nie um leidende Menschen und wie ihnen zu helfen ist.

Nun: Ehre, wem Ehre gebührt. Im Gespräch mit Fachärzten wird immer wieder ersichtlich, mit welch intensivem Eifer – wenn auch oft sehr am Menschen vorbei - Forschungen betrieben werden. Dabei wird auch ohne weiteres einge-räumt, daß man auch heute „vieles einfach noch nicht weiß.“ Gesichert ist allenfalls die Annahme, daß eine vernünftige Kombination von Therapie und Medikamenten sinnvoll und hilfreich sein kann. Wenn und solange freilich bevorzugt oder gar allein das Gehirn als „Träger der Erkrankung“ gesehen wird, ist der Ansatz zu allen weiterführenden wissenschaft-lichen Überlegungen blockiert - werden Tatsachen, wird die Wirklichkeit „auf den Kopf gestellt“. „Seele“ ist schließlich weitaus mehr als die Summe der Nervenzellen und Synapsen im Gehirn.

Meine Schweizer Mitarbeiterin Frau Elisabetha Frei, Psychologin und Theologin von Beruf, wurde selbst viele Jahre lang annähernd von Depressionen überwältigt. Durch viele Jahre führte sie das darauf zurück, daß sie seit ihrer Kindheit unter einer Paraplegie (Lähmung) der unteren Extremitäten litt, die eine geradezu unheimliche Folge von Klinikaufenthalten, medizinischen Maßnahmen und Fehlbehandlungen zur Folge hatten. Zwar hat Frau Frei alle erforderlichen Schulen besucht und später mit ungeheurem Fleiß studiert, so daß sie durchaus beruflich tätig sein konnte – aber immer an den Rollstuhl gefesselt war.

Bei ihren Einsätzen sah sie sich immer wieder mit Depressionen konfrontiert. Und litt doch selbst so unsäglich darunter. Bis sie in ihrer nebenberuflichen Weiterbildung zur beratenden Psychologin am Zentrum für Ganzheitliche Psychologie der Philipp-Neri-Akademie in Köln auf Zusammenhänge und Ursachen stieß, die sie ganz unabhängig und neben ihrer Behinderung als Depression in ihrer Ganzheit erfaßt hatten.

Die Fülle ihrer eigenen Überlegungen – sehr wohl wissenschaftlich konzipiert und durchdrungen – führte dazu, daß sie alle Einzelheiten, die zu ihrer Depression geführt und ihr immer wieder zu schaffen gemacht hatten, ganz klar und in völlig anderem Licht zu sehen begann als bisher. Als die dann darum bat, ihre vielen Bemühungen mit einer Diplomarbeit krönen zu dürfen, habe ich selbstverständlich von Herzen gerne zugestimmt.

Während den 50 Jahren meiner eigenen Tätigkeit habe ich mit großem Interesse vieles zum Thema Depression gelesen, gehört und auch selbst beigetragen. Das war aber meist alles eher theoretisch. Selten wurde in diesem Krankheitsbild der Mensch als Ganzheit sichtbar. Genau das ist Frau Frei in ihrer Arbeit gelungen, in die sie zwar auch viele wissenchaftliche Erkenntnisse eingebracht hat, vor allem aber ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit der Depression beschreibt und dies in einer Weise, die es in der Literatur noch nie so gab. Ich war daher sehr dafür, ihre Arbeit möglichst vielen, die mit Depressionen zu tun haben, Hilfe in und Wege aus ihr suchen, verfügbar zu machen.

Hier gelangen Sie direkt zur Kursanmeldung, oder können noch weitere Fragen stellen...



Bookmark Buttons
Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Bookmarks.at Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Facebook Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: Yahoo Bookmark bei: Google Bookmark bei: Newsvine

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü